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Retail - Herausfordernde Zeiten als Chance: Wachstum durch Veränderung

Schon in normalen Zeiten ist es wichtig, Ihre Kunden mit den besten Waren aus aller Welt zu versorgen. Und in einer Ausnahmesituation wie der Coronavirus-Pandemie? Umso mehr. Gemeinsam mit Kühne+Nagel stellte ein führendes österreichisches Einzelhandelsunternehmen seine Lieferkette um, um sicherzustellen, dass es seine Kunden weiterhin zuverlässig mit Waren aus aller Welt versorgen kann.

Kunde:

Ein führendes österreichisches Einzelhandelsunternehmen

Industrie:

Einzelhandel / Lebensmittelhandel

Lösung:

Das Einrichten eines alternativen Anlieferhafens, um Risiken in der Lieferkette zu minimieren – mit einer integrierten Supply Chain Lösung, die Seefracht, Cross Docking und Endverteilung gleichermaßen berücksichtigt.


Diese Lösung führte zu:

  • einer flexibleren Lieferkette mit mehreren Lieferhäfen
  • geringeren CO2-Emissionen durch kürzere Transportwege
  • einem geringeren Bedarf an Working Capital

Wenn Sie an einen Supermarkt denken, denken Sie vermutlich an die Tausenden von Produkten in prallgefüllten Regalen. Jeder dieser Artikel muss einen langen Weg zurücklegen, bis er vor Ort zum Kauf verfügbar ist. Eines der führenden Einzelhandelsunternehmen Österreichs bezog seine Produkte über den Hamburger Hafen, wo die Container entladen und per Bahn und Lkw zu ihrem Bestimmungsort weitertransportiert wurden. Dieses Set-Up funktionierte reibungslos, bis das Coronavirus plötzlich alles auf den Kopf stellte. 

Seit Beginn vor etwas mehr als einem Jahr setzt die COVID-19-Pandemie globale Lieferketten unter Druck – Blank Sailings, überlastete Häfen, Equipment- und Kapazitätsengpässe stellen viele Unternehmen vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Auch der Hafen Hamburg hatte von Anfang an mit den negativen Auswirkungen der Krise zu kämpfen – Verspätungen standen an der Tagesordnung und die Zuverlässigkeit der Fahrpläne ließ zunehmend nach. Diese Entwicklung setzte auch die Supply Chain des Einzelhandelsunternehmens unter Druck. In einer Zeit, in der die Versorgung der Supermärkte im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stand, drohten die Regale leer zu bleiben. Die Abhängigkeit von einem einzigen Hafen erwies sich allmählich als Risikofaktor für das Unternehmen.

Was aber, wenn die durch das Coronavirus ausgelöste Krise auch eine Chance darstellt? Für das Unternehmen schien der ideale Zeitpunkt gekommen zu sein, sich auf ein Konzept einzulassen, das es schon längere Zeit in Erwägung gezogen hatte - die Verschiffung zu einem zweiten, alternativen Hafen im Mittelmeer. Eine Entscheidung, die sich das Unternehmen nicht leicht machte: Die Durchführung einer derart weitreichenden strukturellen Veränderung würde eine echte Herausforderung darstellen, insbesondere, da sie mit minimalen Störungen realisiert werden musste. In dem Bewusstsein, diese Aufgabe nicht allein bewerkstelligen zu können, suchte das Unternehmen Unterstützung durch einen Logistikexperten.

An diesem Punkt wurde Kühne+Nagel eingebunden. In einer Zeit, in der die meisten Unternehmen um das reine Überleben kämpften, entschied man sich mutig für einen weitreichenden Strukturwandel – gemeinsam mit einem erfahrenen Logistikpartner. „Der erste Schritt für uns bestand darin, die Vision des Kunden zu verstehen", erzählt Daniel Gussner, Key Account Manager bei Kühne+Nagel, „anschließend konnten wir damit beginnen, eine Strategie zu erarbeiten, um diese Ziele zu erreichen."

In enger Abstimmung mit dem Unternehmen erarbeitete das Team von Kühne+Nagel eine integrierte Supply Chain Lösung, die Seefracht, Cross-Docking und Endverteilung umfasst. Dabei handelte es sich nicht um eine kurzfristige Übergangslösung, sondern um eine nachhaltige Umstellung, durch die das Risiko langfristig minimiert wurde. Selbst während des Lockdowns konnte das Team von Kühne+Nagel das Projekt von Anfang bis Ende effizient managen. „Unsere Arbeitssysteme im Homeoffice wurden zeitnah aufgestockt, um eine problemlose Kommunikation zu ermöglichen", berichtet Daniel, „so konnten wir uns umgehend auf die anstehende Aufgabe konzentrieren."

Der erste Schritt bestand also darin, einen alternativen Hafen im Mittelmeer ausfindig zu machen. Während die Zuverlässigkeitsquote des Hafen Hamburg auf 40% gesunken war, lag der Hafen Koper in Slowenien bei 70% und war somit ein idealer Kandidat. Koper bietet einen schnellen Anschluss an Österreich und liegt zudem näher an Italien, was wiederum bereits bestehende Expansionspläne des Unternehmens unterstützte. In einem zweiten Schritt wurde ein neuer Cross Docking Hub implementiert und über Koper angebunden. Ein offensichtlicher Vorteil dieser Lösung: Da die Schiffe aus China eine kürzere Distanz zurücklegen müssen, konnten die Transitzeiten zusätzlich verkürzt werden. Neben der Zeitersparnis kamen noch zwei weitere Vorteile zum Tragen: Erstens ist hierdurch weniger Kapital in der Lieferkette gebunden, da die Waren kürzer unterwegs sind. Und zweitens führt die kürzere Transitzeit zu einer Reduzierung der Co2-Emissionen um rund 25%. „Die Nachhaltigkeit der Lösung kam beim Kunden sehr gut an", erinnert sich Daniel. Für das Einzelhandelsunternehmen besteht der eigentliche Gradmesser des Erfolgs darin, dass seine Kunden weiterhin in der Lage sind, alle ihre bevorzugten Produkte zu beziehen, ohne Engpässe befürchten zu müssen.

Da es nicht mehr nur auf einen einzigen Anlieferhafen angewiesen ist, kann das Einzelhandelsunternehmen nun optimistisch und in dem Bewusstsein in die Zukunft blicken, dass seine Lieferkette deutlich widerstandsfähiger gegenüber zukünftige Störungen ist. Kühne+Nagel freut sich, dass es gelang, das Unternehmen beim Erreichen seines ehrgeizigen Ziels erfolgreich zu unterstützen. Daniel ist stolz auf die Leistung des Teams: „Dies war eine großartige Gelegenheit, unser Know-how für eine nachhaltige Lösung einzusetzen. Der Kunde hatte eine klare Vision, und es war uns ein Vergnügen, ihm bei der Realisierung zur Seite zu stehen." Während sich die Welt auf das Leben in einer Pandemie einstellte, sorgten Teamwork und Kooperationen wie diese dafür, dass die Lieferketten flexibel und die Regale in unseren Supermärkten gut gefüllt blieben.

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